Relevanz der Materialbeschaffung
Der Gewinn ergibt sich aus dem Umsatz abzüglich der Kosten. Diese Kosten werden von einem Großteil von der Beschaffung bestimmt.
Beispiel
Bei Umsatz von 220,00 Euro und Kosten von 100,00 Euro soll der Bezugspreis von 100,00 Euro auf 96,00 Euro gesenkt werden.
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Die Senkung des Bezugspreises um 4% (4,00 Euro) führt zu einer Erhöhung des Gewinns um 20% (4,00 Euro).
Kernprozesse der Materialbeschaffung
Der Einkauf umfasst alle operativen Aufgaben, die vor allem aus einer mengen-, termin- und qualitätsgerechten sowie kostengünstigen Versorgung des Unternehmens bestehen. Es kann zwischen verwaltendem Einkauf und dem gestaltenden Einkauf unterschieden werden.
Der verwaltende Einkauf beschäftigt sich nur mit der reinen Bestellaufgabe. Der gestaltende Einkauf führt auch noch unterstützende Aufgaben durch wie Angebotsvergleiche, Verhandlungen mit Lieferanten und Beschaffungsmarktforschung
Die Beschaffung ist strategisch zu verstehen. Ihre Aufgabe betreffen zusätzlich zu den Aufgaben des Einkaufs insbesondere die langfristige Sicherung der Versorgung des Unternehmens mit Materialien oder Dienstleistungen sowie die Sicherstellung des Informationsaustausches und der Zusammenarbeit mit den anderen Unternehmensbereichen in strategischen Fragestellungen. Hier werden z.B. Rahmenverträge ausgehandelt, langfristige politische Entscheidungen wie Beschaffungswege entwickelt, Make-or-Buy-Entscheidungen getroffen und der Beschaffungsmarkt analysiert.
Das Beschaffungsmanagement beschäftigt sich zusätzlich mit Warengruppen und Einkaufcontrolling.
Der Materialwirtschaft kommt die wichtige Aufgabe zu, die Leistungserstellungsprozesse eines Industriebetriebs durch die Bereitstellung der hierfür notwendigen Ressourcen zu ermöglichen. Die hierfür nötigen Beschaffungsprozess werden in Teilprozesse abgebildet und durchgeführt.
Im Gegensatz zur Materialwirtschaft geht das Supply-Chain-Management noch einen Schritt weiter, indem es den Material- und Informationsfluss über die gesamtem Wertschöpfungskette umfasst – vom Lieferanten bis zum Endkunden.
Aufgaben im Beschaffungsbereich
| Aufgabe | Erläuterungen |
| Materialdisposition | Die Materialdisposition bestimmt – Art – Menge – Zeitpunkt des Materialbedarfs, um eine mengen- und termingerechte Versorgung der Produktion sicherzustellen. Strategisch bedeutet das eine Standardisierung des zu beschaffenden Materials und operativ die Bedarfs-, Bestands- und Bestellplanung. |
| Materialbeschaffung | Strategische Aufgaben: – Gestaltung des Beschaffungsprogramms – Langfristige Make-or-Buy-Entscheidungen – Strategische beschaffungsmarktforschung – Erschließung neuer Beschaffungsmärkte – Imagepflege Operative Aufgaben: – Beschaffungsmarktforschung – Lieferantenauswahl – Angebotsvergleiche – Bezugsquellen-Datenverwaltung – Administrative Bestellabwicklung – Termin- und Qualitätssicherung – Beschaffung des Materials am Beschaffungsmarkt |
| Materiallagerung | Ausgleichsfunktion zwischen dem Zeitpunkt der Beschaffung und des Verbrauchs. Operative Aufgaben: – Warenannahme – Warenprüfung – Einlagerung – Pflege – Auslagerung – Inventur – Materialcontrolling – Bereitstellen der richtigen Menge zum richtigen Zeitpunkt für die Produktion Strategische Aufgaben: – Langfristige Planung von Sicherheitsbeständen – Auswahl zwischen Eigen- und Fremdlagerung – Wahl und Gestaltung des Lagersystems |
| Innerbetrieblicher Transport | Versorgung der Produktion auf wirtschaftliche Weise durch – strategische Planung – operative Steuerung – Durchführung des Materialflusses |
| Abfallentsorgung | Operative Aufgaben: Gesetzeskonformer Umgang mit Materialien durch – Vermeidung – Verwertung – Recycling Strategische Aufgaben: – Ausarbeitung eines Entsorgungs- und Recyclingsystems – Identifikation von Substitutionsgütern |
Quelle: Industrie 4.1, Beschaffungsprozesse planen, steuern und kontrollieren, Lernfeld 6, Verlag Europa-Lehrmittel