Mi.. Aug. 5th, 2026

Organisationsformen betrachten die Unternehmensstruktur unter dem Aspekt der Über- oder Unterordnung und damit der Weisungsbefugnis. Sie geben Auskunft darüber, wer wem Anweisungen erteilen kann bzw. wer wem Bericht erstatten muss.

Einliniensystem

  • Alle Mitarbeiter sind in einer strengen Weisungs- und Meldehierarchie eingebunden.
  • Jede Stelle bezieht Anweisungen nur von der umittelbar übergeordneten Stelle.
  • Im Gegenzug dürfen Berichte und Meldungen auch nur an diese übergeordnete Stelle weitergeleitet werden.
  • Nur dieser vertikale Dienstweg ist vorhanden und der muss eingehalten werden.
  • Kontakte zu gleichrangigen Stellen führen zwingend über die gemeinsame übergeordnete Stelle.

Mit zunehmender Betriebsgröße steigt auch die Anzahl der Hierarchieebenen, was zu einer zunehmenden Unübersichtlichkeit und langen Informationswegen führt. Die wenig wertschöpfenden Routineaufgaben binden mehr und mehr kostbare Ressourcen der Führungsebene und die Unzufriedenheit der Mitarbeiter steigt. In seiner Reinform eignet sich das Einliniensystem nur für kleinere Betriebe.

Mehrliniensystem

Mit zunehmender Betriebsgröße muss die Arbeit mehr aufgeteilt werden, was zu einer zunehmenden Spezialisierung der Mitarbeiter führt. Die Erledigung der Gesamtaufgabe verlangt folglich häufigen Kontakt zu anderen Stellen oder Abteilungen. Zur Verkürzung des Instanzenweges kann ein Mitarbeiter von verschiedenen übergeordneten Vorgesetzten (Funktionsstellen) fachliche Anweisungen erhalten, daher auch die Bezeichnung Funktionalsystem.

Kennzeichen dieses Systems ist, dass ein Mitarbeiter von mehreren übergeordneten Vorgesetzten fachliche Anweisungen erhält. Im Gegenzug leitet er Berichte und Meldungen an die jeweilige übergeordnete Stelle zurück.

Mit zunehmender Betriebsgröße steigt die Komplexität der Gesamtaufgabe, sodass nur Spezialisten im Team diese Aufgabe bewältigen können. Die Verkürzung der Instanzenwege durch ein fachliches Weisungsrecht in direktem Durchgriff entlastet von Routineaufgaben und erhöht damit die Effizienz des Gesamtsystems.


Quelle: Boller, et al., Kompetenz im Industriebetrieb Band 1, Merkur Verlag

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