Soll das Ziel der Kostenminimierung in der Beschaffung verfolgt werden, müssen gleichzeitig die Beschaffungs- und die Lagerkosten so gering wie möglich gehalten werden. Da die beiden Kosten sich gegensätzlich verhalten und somit konkurrierende Ziele darstellen, gilt es einen Kompromiss zu finden.
Die optimale Bestellmenge ist die Menge, bei der die Summe der Beschaffungskosten und der Lagerhaltungskosten für ein Material ein Minimum aufweist.

Beispiel
Folgende Informationen liegen vor:
| Jahresbedarf | 9.000 St. |
| Preis pro Stück | 10,60 Euro |
| Bestellkosten pro Bestellung | 90 Euro |
| Lagerhaltungskostensatz | 20% |
| Mindestbestand | 50 St. |
Die optimale Bestellmenge kann nun wie folgt ermittelt werden:
Bei einem Jahresbedarf von 9.000 St. können 30-mal im Jahr 300 St. bestellt werden. Senkt man die Bestellhäufigkeit um 5 so nähert man sich langsam der optimalen Bestellhäufigkeit an.
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Jede Bestellung kostet 90 Euro. Multipliziert man die Bestellhäufigkeit der Periode mit diesem Wert, erhält man die gesamten Bestellkosten der Periode:
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Der durchschnittliche Lagerbestand ergibt sich, in dem man die Hälfte der Bestellmenge ermittelt und zum Mindestbetsnad hinzuaddiert, sofern ein Mindestbestand bekannt ist.
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Wertmäßig muss der durchschnittliche Lagerbestand mit dem Preis pro Einheit multipliziert werden:
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Die Lagerhaltungskosten ergeben sich nun, indem der wertmäßige durchschnittliche Lagerbestand mit dem Lagerhaltungskostensatz multipliziert wird:
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Die Gesamtkosten der Bestellmenge ergeben sich aus den Bestellkosten und den Lagerhaltungskosten:
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Wiederholt man diese Rechnung mit veränderter Anzahl an Bestellungen, erhält man folgende Tabelle, aus der man ein Optimum ablesen kann.

Anstelle der Entscheidungstabelle kann die optimale Bestellmenge auch mithilfe der folgenden Formel ermittelt werden:
![Rendered by QuickLaTeX.com \[\sqrt{\frac{200 \cdot \text{Jahresbedarf} \cdot \text{Bestellkosten je Bestellung}}{\text{Preis/Einheit} \cdot \text{Lagerhaltungskostensatz}}}\]](https://der-kleine-ik.info/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-8378aa310a8b3f7b3252584beb284b61_l3.png)
Kritische Betrachtung
Nicht immer macht es Sinn, die rechnerisch optimale Bestellmenge auch tatsächlich zu bestellen. Gründe hierfür können sein:
- Lagerengpässe
- Kosten und Bedarf ändern sich im Zeitaublauf
- Finanzielle Mittel reichen für eine große Bestellmenge nicht aus
- Lieferer Gibt Mindestsabnahmenmenge vor
- Lieferer bietet nur feste Verpackungseinheiten
- Preiserhöhungen sind zu erwarten
- Werkstoff ist nur begrenzt lagerfähig (Mindesthaltbarkeitsdatum)
Eine flexible Bestellmengenplanung kann für einige Beschaffungsgüter bzw. Märkte besser geeignet sein, auch wenn sie u.U. aufwendiger ist.
Quelle: Industrie 4.1, Beschaffungsprozesse planen, steuern und kontrollieren, Lernfeld 6, Verlag Europa-Lehrmittel