Die Produktion steht im Zentrum der unternehmerischen Leistungserstellung. Es handelt sich um eine Throughput-Planung, die die Vorgaben der Absatzplanung umsetzt und die hierfür benötigten Ressourcen disponiert. Vom Beschaffungsmarkt werden Werkstoffe und Betriebsstoffe bezogen, die im Rahmen der Produktion in die erstellten Güter und Dienstleistungen eingehen. Weiterhin werden Betriebsmittel eingesetzt, die zwar längerfristig im Unternehmen verbleiben, aber durch ihre Nutzung in der Produktion abgenutzt werden und an Wert verlieren.
Als Ergebnis der Produktion werden Güter und Dienstleitungen erstellt und am Absatzmarkt verkauft. Erstellte Güter, die nicht den gewünschten Qualitätskriterien entsprechen, werden als Ausschuss bezeichnet und müssen entweder nachbearbeitet oder umweltgerecht entsorgt werden. Während des Produktionsprozesses fällt häufig weiterer Output an, der unerwünscht ist, wie z.B. Emissionen von Staub und Gasen, aber auch Lärm und sonstige Belästigungen der Umgebung, die zu vermeiden sind.

Die Produktionsplanung unterliegt natürlich dem Wirtschaftlichkeitsprinzip. Die knappen Ressourcen müssen so eingesetzt werden, dass der Quotient aus dem Wert der produzierten Güter und Dienstleistungen sowie dem Wert der verbrauchten Produktionsfaktoren größer als eins ist.
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Stellt man nicht auf den Wert, sondern auf die Menge der hergestellten Produkte und die Menge der verbrauchten Produktionsfaktoren ab, ergibt sich die Produktivität des Unternehmens, die es zu maximieren gilt:
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Während Wirtschaftlichkeit und Produktivität übergeordnete Formalziele des Unternehmens sind, werden die Ziele der Produktion und sogenannte Sachziele ergänzt:
- Die im Absatzplan formulierten Anforderungen zur Befriedigung der Kundenaufträge müssen bestmöglich erfüllt werden.
- Die Produktion muss in der Lage sein, die dem Kunden zugesagten Liefertermine einzuhalten.
- Die Produktionsabläufe sind so zu strukturieren, dass die Durchlaufzeiten möglichst kurz sind.
- Die Produktionsabläufe sind so zu strukturieren, dass die Produktionskapazitäten möglichst voll ausgelastet sind.
Die Festlegung des Produktionsprogramms in seiner Breite und seiner Tiefe hat wesentlichen Einfluss auf die Planung der Produktion. Ausgehend vom Absatzplan, der vorgibt, welche Güter und Dienstleistungen an den Absatzmarkt zu liefern sind, muss vom Unternehmen festgelegt werden, ob alle Leistungen selbst erstellt werden oder ob Teile der Leistungen zugekauft werden sollen. Ein breites Produktionsprogramm zeichnet sich durch eine große Anzahl unterschiedlicher Produktarten (Produktgruppen) aus, die ein Unternehmen parallel oder nacheinander fertigt.
Die Tiefe des Produktionsprogramms drückt aus, welchen Teil der Wertschöpfung das Unternehmen selbst erbringt und wie viele Vorprodukte es zukauft. Hat ein Unternehmen ursprünglich eine hohe Produktionstiefe und lagert es Teile seiner Produktion als Outsourcing an Lieferanten aus, so verringert es seine Produktionstiefe. Produziert es Bauteile, dies es früher auf dem Beschaffungsmarkt zugekauft hat, jetzt selbst, so erhöht es als Insourcing seine Fertigungstiefe.
Die Entscheidung über die Programmtiefe hängt von verschiedenen Faktoren ab. Voraussetzung ist, dass das gewünschte Zukaufteil oder die Dienstleistung am Beschaffungsmarkt in der notwendigen Qualität zu beschaffen ist. Auch müssen die Lieferanten zuverlässig sein und flexibel auf den eigenen Bedarf reagieren können.
Eine wichtige Entscheidung bei der Make-or-Buy-Entscheidung ist zudem die Auslastung der Produktionskapazität des Unternehmens. Ist die Produktionskapazität voll ausgelastet und müssen zur Erhöhung der Produktionstiefe zusätzliche Maschinen beschafft werden, ist ein Fremdbezug häufig die günstigere Alternative. Allerdings bedingt die Auslagerung von Produktionsteilen auf Lieferanten häufig eine unerwünschte Know-how-Übertragung auf die Lieferanten, die diese ggf. ausnutzen können, um ihre Verhandlungsmacht zu erhöhen.
Neben der mengenmäßigen Planung des Produktionsprogramms ist auch die zeitliche Planung der Produktion zu klären, da nur Güter, die produziert wurden, an Kunden ausgeliefert werden können. Folgt die Produktion dem Absatzplan und passt sich Nachfrageschwankungen zeitlich an, spricht man von einer synchronen Absatz- und Produktionsplanung. Andererseits kann es starke zeitliche Abweichungen zwischen der Produktion und der Auslieferung der Produkte an die Kunden geben, wie dies typischerweise bei Saisonprodukten der Fall ist. In diesem Fall emanzipiert sich die Produktion von den zeitlichen Vorgaben des Absatzplans, Produktions- und Absatzplanung verlaufen zeitlich asynchron. Die zeitliche Synchronisation zwischen der Produktionsplanung und der Auslieferungsplanung an die Kunden übernimmt das Fertigwarenlager.
Quelle: Hölter, Erich, Betriebswirtschaft für Schule, Studium und Beruf, 2018, Schäffer-Poeschel Verlag